Mittwoch, 7. April 2010

Es kommt wie's kommen muss

Endlich habe ich mein Gewissen mal ein wenig erleichtert und die ersten "echten" Kilometer hinter mich gebracht. Karfreitag wollte ich das schöne Wetter Nutzen und den Weg ins Büro und zurück testen. Hatte mir eine tolle Strecke auf der Karte ausgesucht, aber so ganz sicher, wie die sich fährt ist man ja nie, wenn man was am Schreibtisch erstellt. Also einmal abfahren. Machen wir ja im Großen auch so. "Uns Hartmut" fährt die komplette Strecke einmal ab, um zumindest Schwierigkeiten durch Langzeit-Baustellen oder Neubaugebiete mitten auf der Strecke vorher schon auszuschließen. Irgendwas wird selbstverständlich trotzdem passieren, aber das macht die Tour ja aus.
Wie auch immer, frohen Mutes stand ich Freitag auf und verbummelte den Sonnenschein. Als ich gegen 17 Uhr auf's Rad stieg war es schon mächtig bewölkt und auch was windig. Macht ja nix, Sonnenbrille auf und schönes Wetter imitiert. Für den Hinweg hat es auch gereicht. Da ich meinen Tacho immer noch nicht auf den kleineren Reifenumfang umgestellt habe, bin ich ca. 21 Km gefahren, in echt sind's aber nur knapp 19 km. Tut aber gut, wenn da mehr steht, Psychotacho halt. Man fährt ja dann auch schneller ;)
Die Strecke war Ok, gut zu fahren, mit Erweiterungsmöglichkeiten für den Rückweg. Sobald es morgens um sechs schon hell genug ist, werde ich wohl mal öfter mit dem Rad ins Büro fahren.
Auf dem Rückweg kurz nach der Essenspause ungefähr auf der Hälfte der Strecke dann die Panne: Kette gerissen. Schon frustrierend, genau auf dem Stück bergauf die "Berge des Rheins" hinauf - also die Brücke - springt mir ständig die Kette ab. War jetzt nicht soooo schlimm, dass ich schieben musste, aber hätte es schon gerne geschafft. Ständige Leser kennen ja meinen persönlichen Krieg mit Steigungen, diese Schlacht hätte ich halt gerne auch gewonnen :)
Aber nix da, kaum wieder aufgestiegen riss die Kette. Glücklicherweise direkt neben der Straßenbahn-Station nach Neuss. Also nach Neuss per Bahn, dann geschaut, wann mein Bus kommt. Super, Samstagmorgen um 10:46 Uhr. Manchmal halt doof, wenn man mitten in der Wildnis wohnt. So lange wollte ich nicht warten, also mein holdes Weib angerufen. Wie sollte es anders sein, sie ist natürlich im Namen der Tiere unterwegs und mal wieder in irgendeiner Tierklinik. Gut, ein Tierleben ist wichtiger als meine Bequemlichkeit. Auf den Schreck erstmal ne Pizza gegessen und ein Taxi gerufen. Für den ersten Ausflug sind die knapp 30 Km Ok, wenn auch das Ende nicht ganz meinen Vorstellungen entsprach.

Samstag keinen Muskelkater, das macht Mut. Abends Party, Sonntag Hähnchenessen bei den Eltern. Sind zwei Halbe Hähnchen eigentlich ein ganzes, obwohl es Hälften von verschiedenen Hühner sind? Antworten gerne in die Kommentare schreiben.

Sonntagvormittag dann die Kette repariert (bzw. reparieren lassen) und mit meinem Personal Biking Coach (PBC) Michael von Legion Bikes noch ne Runde gedreht. Waren ca. 35 Km (nach seinem Tacho, also für mich fast 40) und nach 32 Km eine kleine Bierpause an der Skihalle eingelegt. Schnitt von über 20 Km/h auf den Puls habe ich ein Segen nicht geachtet. Das mache ich dann auf den Fahrten ins Büro. Zurück ist auspowern angesagt. Die letzten drei Kilometer haben sich dann endlos hingezogen und waren echt anstrengend. Zuerst dachte ich das lag an Bier und Gegenwind, war aber wohl auch der Platten schuld, den ich mir gefangen und nicht bemerkt hatte. Naja, sollten ja eh neue Reifen drauf. Habe Legion Bikes Michael also mein Fahrrad mit gegeben um die Bremsen zu checken, neue Reifen drauf zu ziehen und andere Pedale drauf zu machen. Bergschnecke wird sportlich. Also zumindest das Sportgerät ;)

Also ca. 60 Km am Wochenende hinter mich gebracht, ordentlicher Schnitt und keinen Muskelkater oder Ringelblumensalbe-Schmerzen, das lässt für die nächsten Wochen ein etwas ruhigeres Trainingsprogramm als bisher zu :) Wenn alles gut geht, werde ich Anfang Mai das erste Mal eine ca. 100 km-Runde versuchen. Muss nur raus finden, wie ich die dämliche Hintergrundbeleuchtung vom Blackberry angeschaltet lasse. Immer kurz vor ner Kursänderung anhalten, Passwort eingeben, Passwort korrigieren, "blackberry" eingeben und das Passwort endlich richtig eingeben, nervt auf Dauer einfach ;)

Have fun

Die Bergschnecke

P.S.: Nur noch 436 - 636 Km...

Kommentare:

  1. "Sind zwei Halbe Hähnchen eigentlich ein ganzes, obwohl es Hälften von verschiedenen Hühner sind"

    wenn du die Kalorien meinst, ist es ein ganzes Hähnchen..aber zwei Halbe hört sich schlanker an;-)

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  2. besenwagenjäger10. April 2010 um 23:09

    Wahnsinn, 60 km an einem Wochenende. Und das als Vereinsfahrer, der von Prag nach Hause fahren will.

    Tip 1: Schau mal in die Bedienungsanleitung Deines Tachos. Da kannst Du den richtigen Raddurchmesser einstellen, damit auch die km stimmen.

    Tip 2: Schmeiß den Blackberry als Navi weg, der Akku ist eh nach ein paar Stunden platt, das Ding ist fürs Rad ungeeignet.

    Tip 3: www.rad-net.de und von dort auf den Breitensportkalender. Such dir ein paar RTFs in Deiner Nähe aus und fahr am Wochenende mal ein paar km. Strecken sind ausgeschildert und 110 km solltest auch Du in ca. 5 1/2 Stunden schaffen.

    Gruß Besenwagenjäger

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